Utah
USA

Life elevated in Utah

18.12.2018

Wie bereits am Ende des letzten Blogeintrag erwähnt, mussten wir nun, aufgrund der rausgesprungenen Kniescheibe vom Piet, ein wenig (teilw. kletterfrei) umplanen. Zunächst sind wir von Kentucky in Richtung Utah aufgebrochen. Dies bedeutete, wie in den USA üblich, eine mehrtägige Fahrt und somit auch genug Zeit, um sich diverse Aktivitäten für die Zeit vor Ort zu überlegen.

Aufgrund der Verletzungssituation und dem anstehenden Geburtstag vom Peter, haben wir uns erstmal in Moab ein Motel für einige Tage genommen. Von dort aus haben wir dann unsere Exkursionen gestartet. Im Folgenden nun, was wir unterschiedliches getrieben haben:

Arches National Park

Wiederkehrende Leser unseres Blogs werden an dieser Stelle sofort aufschreien: ´Da wart ihr doch schonmal´ (bzw. der Dan und die Sanne). Gut aufgepasst! Aber im Unterschied zum letzten Mal haben sich Franzi und Dan dazu entschieden, dass Auto zu verlassen und die Besichtigung der Felsbögen anhand einer kleinen Wanderung vom so genannten `Devils Garden` aus vorzunehmen. Dabei sind wir unter anderem am ´Landscape Arch´ vorbeigekommen, welcher durch seine Breite (ca. 90m) zu beeindrucken weiß. Kleiner Fun-Fact zum Landscape Arch: Im Jahr 1991 soll es wohl einen größeren Felssturz gegeben haben, daher darf man mittlerweile nicht mehr bis unter den Felsbogen laufen.

Canyonlands National Park

An Piets Geburtstag ging es vormittags erstmal zu einem Diner zum Frühstück. Nachdem wir unsere Hashbrowns, Pancakes und diverse andere „gesunde“ Kost vertilgt hatten, sind wir noch in den Canyonlands Nationalpark gefahren. Neben dem Bestaunen der zerklüfteten Landschaften, haben wir hier außerdem einen neuen Weltrekord im schnell Kochen & Abspülen aufgestellt, da es einfach saukalt und auch relativ windig war. Danach gings dann schnell ins warme Motel zurück.

Goblin Valley State Park

Dieser vielleicht etwas weniger bekannte Ort ist auf jeden Fall einen Besuch wert, denn hier gibt es drei Täler voller kleiner Stein-Türmchen, welche von den Amerikanern als „Goblins“ bezeichnet werden. Dazu kommt, dass der Park viele Kilometer abseits von jeder Ortschaft liegt, sodass man sich hier mit den Goblins ziemlich allein fühlt. Offenbar gibt es hier sogar eine Forschungsstation, in der das Leben auf dem Mars simuliert wird – aber davon haben wir leider nichts mitbekommen. Leider wurde auch nicht klar, ob die Goblins etwas mit der Standortwahl für die Marssimulation zu tun hatten?

Saint George – Bouldern und „Der Angriff des Skunks“

Von Moab sind wir dann Richtung Saint George aufgebrochen, da wir nachts gerne mal wieder Plusgrade haben wollten (inzwischen waren wir wieder ins Zelt gezogen). Der Weg dorthin führte uns durch den Dixie National Forest entlang des Scenic Highway 12. Unser „Ortskundiger“ (Piet) war mal wieder ziemlich erstaunt, als sich Stück für Stück die lückenhafte Erinnerung vervollständigt hat. Konkret hat das bedeutet, dass wir uns auf einer Passstraße befanden, welche uns, vorbei an zugefrorenen Bächen, auf fast 2900m hoch geführt hat. Dort haben wir dann an einem sehr schönen im Wald gelegenen, aber leider auch sehr kalten, Zeltplatz übernachtet. Hier war dann ein Lagerfeuer absolute Pflicht.

Auf der Weiterfahrt sind wir durch das Grand Staircase-Escalante National Monument gefahren und haben einen Wanderstopp im Bryce Canyon National Park eingelegt - also Dan und Franzi. Piet hat intensiv für 2 Stunden die Aussicht genossen und gelesen...

Angekommen in Saint George sind wir dann auch drei Tage im Moe’s Valley bouldern gewesen. Dort bouldert man an besten Sandsteinfelsen mitten in der Wüste. Ein Sektor nennt sich im Übrigen Super Mario Land, dessen Felsen wie riesige Pilze aussehen.

Doch nun zum „Main Event“ am Zeltplatz in Saint George: In einer lauen Nacht haben wir leider vergessen zwei Vorratsboxen mit Brot, Obst etc. aus Dans Zelt im Auto unterzubringen. Irgendwann in der Nacht hatte Dan dann ein possierliches Stinktier in seinem Zelt, welches sich an der reichlich vorhandenen Nahrung bediente. Nach einem kurzen Schreck und dem erfolgreichen Verjagen, hat der fiese Essensräuber dann doch noch seine Note hinterlassen und diverse Gegenstände, Essen bzw. Essensboxen, Zelt, Schlafsack usw. mit seinem „Spezialparfüm“ kontaminiert. Auch Sir Henry musste mitleiden, da wir mitten in der Nacht schlaftrunken ein paar der einparfümierten Boxen ins Auto gestellt hatten. Daher durften wir dann einen gesamten Tag der Geruchsbekämpfung widmen, was gar nicht so einfach war: Hausmittel wie Tomatensoße, Backpulvertinkturen usw. waren für unsere Situation nicht anwendbar. Deswegen haben wir im Haustierladen ein Anti-Stinktier-Wundermittel gekauft und alles, teilweise mehrfach, damit abgeschrubbt. Sir Henry hat zusätzlich ein Essigdöschen für die nächste Woche mit herumfahren dürfen. Auf jeden Fall wissen wir jetzt alle, dass Stinktiere wirklich bestialisch stinken... Sollte jemand Mutiges unter euch unbedingt mal nachempfinden wollen, wie Stinktierparfüm duftet, empfehlen wir, dies nur mit Gegenständen zu testen, die danach schnell entsorgt werden können.

Indian Creek

Ende November stand außerdem Thanksgiving ins Haus, was von vielen Kletterern als Anlass verwendet wird, um im Risskletter-Mekka Indian Creek das entsprechende „Creeksgiving“ zu feiern. Unter den gefühlt tausenden anderen Kletterern, welche aus den umliegenden Staaten nach Utah, bzw. Indian Creek, kamen (vorranging aus Kalifornien und Colorado) waren zu unserer Freude auch Colin und Kirill aus Boulder. Ursprünglich wollten wir bis Thanksgiving ja schon einiges an Risskletter-Erfahrung gesammelt haben und unser neu Erlerntes unseren Besuchern demonstrieren, aber wie ihr ja bereits wisst, ist alles anders gekommen. Glücklicherweise hatten Colin und Kirill nichts dagegen, das ein oder andere Toprope einzuhängen, um Franzi und Dan die ersten „Risskletter-Gehversuche“ zu ermöglichen. Und auch unser Versehrter kam nicht zu kurz: für Piet hatte Colin einen ultra-leichten Campingstuhl dabei, den man leicht zum Wandfuß tragen konnte und von dem aus die Rissklettershow angenehm zu verfolgen war.

Leider wurde es dann etwas kälter als gehofft, aber so war es dann auch leichter zu rechtfertigen, dass wir uns alle zusammen zurück in Moab ein Motelzimmer mit heißer Dusche und Hot Tub leisten sollten. Auch hier gab es noch etwas von unseren amerikanischen Freunden zu lernen. Denn selbst in einem bereits vollem Hot Tub bekommt man mit der Ansage „He is a friend from Germany who has ruined his knee“ noch Premiumplätze für 6 Leute mit (teilweise) ausgestreckten Beinen. Am nächsten Tag haben wir nochmal in der Nähe von Moab ein paar weitere Risse besichtigt.

Colin und Kirill mit Freundin haben sich dann auch wieder nach Boulder verabschiedet und wir sind die Strecke nach Los Angeles angetreten, um Dan zu seinem früher als geplanten Rückflug zu bringen – weil jetzt ist ja einfach alles anders als ursprünglich geplant.

Es viel uns schwer, dem Dan „Tschüss“ zu sagen - wir hatten einfach eine supertolle, einmalige Zeit miteinander gehabt! Danke dafür und dir jetzt viel Spaß zurück in Nürnberg und beim Bosch!

Dan = Back to office

Franzi hat den Piet-Krankentransportwagen dann auf den Weg in die kalifornischen Berge ins AirBnB-Mountain Retreat gelenkt, zur Deluxe-Überwinterung Teil I. Von hier starten wir heute über San Francisco an der Küste entlang zurück nach Los Angeles - wo wir zusammen mit Chris und seiner Familie amerikanische Weihnacht feiern werden. Hierzu dann mehr beim nächsten Eintrag.

Bis dahin wünschen wir euch MERRY CHRISTMAS and A HAPPY NEW YEAR!

Kommentare

Bine — 20.12.2018

wieder einmal vielen Dank für die tollen Einblicke! Die Sehnsucht nach weit weit weg wird immer größer....

Christa — 20.12.2018

superschöne Bilder, es ist einfach beeindruckend wie ihr unterwegs seid.

Karin Mum , ich kann mich den Kommentaren nur anschließen. Irgendwie ist alles überwältigend. Wunderbar schön und aufregend, eine andere Welt. und — 20.12.2018

Wunderschön und eine ganz andere Welt.

Sebastian — 23.12.2018

Wieder einmal sehr beeindruckende Bilder aus wunderschönen Landschaften. Ich wünsche euch auch Frohe Weihnachten und einen großartigen Start ins Neue Jahr! Liebe Grüße aus Schonungen Sebastian

Uli — 24.12.2018

Ich wünsche euch ein geruhsames Weihnachtsfest. Schöne Grüße vom Mittelrhein

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