Bouldern in Rocklands
25.07.2018
Die ersten beiden von unseren vier Wochen in Südafrika sind wie im Flug vergangen. Direkt am Mietwagenverleih wurden wir von unserem vierten Mitstreiter, dem Flo, mit einer Vielzahl von Snacks empfangen: Käsekuchen, Schokoladenkuchen, Muffins und mehreren seltsamen Blätterteig-Teilen. Flo kam schon drei Tage vor uns an und konnte am Strand bereits alle Snack-Quellen erkunden.
Bereits am Mietwagenparkplatz war sofort klar, dass wir unser Gepäck nicht komplett in unser Auto bekommen würden. Zum Glück ist die Toleranz gegenüber "Dachbeladungen" hier wesentlich höher als man es bei einem deutschen Mietwagenverleiher vermuten würde.
Der De Pakhuys Campingplatz liegt auf der Ostseite des Pakhuis-Pass in den Zederbergen. Unter Kletterern ist dieser Fleck in Südafrika unter dem Namen Rocklands bekannt, und das zu Recht: Sobald man Clanwilliam verlässt fährt man durch endlose Blockfelder bzw. vorbei an unzählbar vielen Felstürmen und Blöcken.
Da bisher noch niemand von uns in Rocklands zum Bouldern war, haben wir aktuell noch ein relativ "strammes" Programm: zwei Tage bouldern, ein Tag Pause bestehend aus Essensvorräte aufstocken und noch unbekannte Teile des Bouldergebietes erkunden. Unsere Boulderleitung (=Piet, er hat den besten Riecher bzgl. Orientierung im Blockfeld und Erkennung von Kletterlinien am Block) führt uns zuverlässig durch das sehr weitläufige Gebiet. Dabei bedient er sich an einem entsprechendem Buch, welches Photos, "Karten" und "Beschreibungen" von Zustieg und Boulderrouten enthält. Leider lässt selbiges einen großen Interpretationsspielraum bezüglich Ort und Lage der Blöcke bzw. den entsprechenden Distanzen zu, daher gehört ein Umherirren zwischen den Blöcken in diesem Gebiet einfach dazu. Bestimmte Linien werden von unseres Boulderleitung zuverlässig aufgrund vorangegangenem Youtube/Vimeo-Studiums erkannt und sofort der Reisegruppe enthusiastisch mitgeteilt. Auf diese Weise ließ sich sogar unser erster und bisher einziger Regentag sinnvoll nutzen!
A apropos bouldern: Ziel dieser fragwürdigen Unternehmung ist es Felsblöcke auf möglichst schwere Art und Weise zu erklimmen, um danach wieder auf dem leichtest-möglichen Weg von eben jenem wieder herunterzukommen. Die "Routen" sind in einem entsprechenden Boulderführer gesammelt, beschrieben und gemäß ihrer Schwierigkeit bewertet. Je nach Kletterniveau können diese dann direkt im ersten Versuch geklettert werden, oder verlangen einem entsprechend mehr ab. Zusätzlich unterwirft man sich noch weiteren Regeln, welche die ganze Sache weiter erschweren, wie z.B. im Sitzen zu starten (verschiedene Auslegungen möglich), vordefinierten Startgriffen oder fordert einen Durchstieg bei dem weder Büsche, Bäume, Spotter (das Sicherheitspersonal) oder die Bouldermatten berührt werden.
Gebouldert wird hier an Sandsteinklötzen von bester Qualität. Selten beinhaltet der Fels auch mal andere Gesteinstypen, z.B. eingeschlossene Kiesel oder auch Quarze. Gelegentlich wirkt der Fels spiegelglatt, an anderen Stellen dann wieder extrem pickelig. Tendenziell sind die Boulder hier meist überhängend bzw. befinden sich in Dächern und daher eher kräftiger. Plattenboulder (positiv geneigt oder senkrecht) gibt es viel seltener als es z.B. Franzi es lieb wäre. Einige Eindrücke unserer letzten Bouldertage findet ihr unterhalb. Zusammenfassend lässt sich allerdings sagen, dass, bis auf den Mangel an senkrechteren Bouldern, der Eindruck hervorragend ist und das Gebiet hier auf unseren persönlichen Bestenliste nur Toppositionen belegt!
Unsere Abende verbringen wir die meiste Zeit direkt in der Küche, also neben dem Auto auf den Bouldermatten. Dort kochen wir auf unseren beiden Benzinkochern unsere Abendessen: z.B. Nudeln mit Gemüse-Tomatensoße, Kartoffel-Linsencurry, Nudeln mit Mangold oder Cousous-Blumenkohl Gemüse. Unser Notfall-Pesto mussten wir bisher nicht anbrechen. Da in Südafrika gerade Winter ist findet das Kochen und Essen eigentlich immer schon im Dunkeln bzw. im Licht der Stirnlampen statt. Oder natürlich optimistisch gesehen im Mondlicht und unter einen fantastischen Sternenhimmel. Auf der Südhalbkugel ist man allerdings ziemlich aufgeschmissen mit den gewohnten Sternbildern. Großer Wagen, Cassiopeia, Polarstern.. alles Fehlanzeige. Und ohne unseren von zu Hause gewohnten Internetzugriff via Handy mussten wir auch ziemlich schnell feststellen, dass wir einfach absolut keine Ahnung haben, was wir dort oben am Himmel eigentlich sehen.
Obwohl tagsüber meist kurze Kleidung völlig ausreichend ist, wird es Abends und Nachts dann doch häufig ziemlich frisch, vor allem dann, wenn der Wind aufdreht. Während beim Bouldern der Wind noch erwünscht ist (trifft auf mindestens eine Person zu!), ist es am Abend dann schon ziemlich ungemütlich und selbst die Daunenjacke wärmt nur ungenügend. Sich schnell noch eine warme Dusche vor dem Schlafen gehen zu gönnen funktioniert leider nicht ganz so zuverlässig wie man es aus einer regulären Wohnung oder Unterkunft kennt. Bei De Pakhuys muss man selbst Hand anlegen und den Boiler anfeuern und dann auch noch den richtigen Zeitpunkt abpassen an dem man auch von seiner Arbeit profitiert (Trefferquote ungefähr 50%). Grund genug sich zeitig ins Zelt zu verkrümmeln (21-22:00) und sich der Bücherliste, welche sich in den letzten Jahren angesammelt hat, zu widmen oder einfach 9-10 Stunden Schlaf zu genießen.





















Flo R. — 25.07.2018
Yoga-Dan? Was packst du denn hier für Spagat-Moves aus? Schaut ja alles voll geil aus!
Karin — 25.07.2018
Ich bin einfach beeindruckt und bewundere Euch ! Zu sovielen Abenteuern muss man geboren sein. Wünsche Euch allen viel Spaß und Freude und dazu viel Glück.
Karin (Mum) — 25.07.2018
Stell dir vor, habe eben erst Euern Abflug gesichtet. Liebe Grüße , Mum
Pirate — 25.07.2018
Looking awesome!!!
Conan — 27.07.2018
Geil!! Vergräbt bitte den blauen Jogger vom Dan
Uli — 30.07.2018
Der Boiler gefällt mir :-)