Boulder & Rocky Mountain National Park
Colorado, USA

Colorful Colorado

02.09.2018

Nach unserer Landung in Las Vegas ging es erstmal zur Grenzkontrolle um uns unsere Einreiseerlaubnis zu holen. Das Ganze ist deshalb spannend, weil der dortige Beamte auch darüber entscheidet, wie lange wir uns in den USA aufhalten dürfen. Franzi und Piet haben leider einen Officer erwischt, der es etwas genauer nahm und haben so ein Sondergespräch zum Thema "Wieso möchte ich in die USA?" gewonnen. Zum Glück wurde der Officer überzeugt, nachdem er Einsicht in Franzi’s Handy bekommen hatte, warum auch immer...

Unser erstes Ziel in Boulder ist ein Besuch/Einzug beim Colin, um von dort aus alles Weitere zu organisieren: Auto kaufen, Autoversicherung abschließen, Campingausrüstung vervollständigen und Vorräte aufstocken.

Piet hat Colin damals während dem Auslandsstudium in Boulder beim Alpine Club kennengelernt. Franzi und Dan kennen ihn seit unserem letzten USA Trip vor drei Jahren als wir uns alle zu Piet’s 30. in den Red Rocks bei Las Vegas getroffen haben.

Angekommen bei Colin erfahren wir sofort die amerikanische Gastfreundschaft. Nick (Mitbewohner, Kletterer, wohnt im Wohnwagen im Garten) serviert uns erstmal die wichtigsten Kletterführer für unsere kommenden Ziele und versorgt uns mit unerfüllbar langen MustDo-Listen in diesen Klettergebieten. Auch in Sachen Autobeschaffung werden wir tatkräftig von Colin und Nick unterstützt, so dass es uns nach knapp 5 Tagen gelingt unseren GMC (= Go More Climbing) Safari, Baujahr 2001, etwa 180.000 Meilen (aktueller Arbeitstitel „Sir Henry“), zu erwerben.

Zeitgleich mit unserer Ankunft in Boulder kam hier außerdem auch der Chris an – er hat die Möglichkeit bekommen seinen Arbeitgeber bei einer, und auch außerhalb einer, Konferenz hier vor Ort zu vertreten. Außerdem galt es noch sein Geburtstagsgeschenk einzulösen, nämlich eine Wanderung auf den Longs Peak. Leider sollte das aber wegen einer zu schlechten Wetterprognose nicht klappen. Stattdessen haben wir die Royal Arches im Chautauqua Park und Cosmo’s Pizza heimgesucht.

Wie bereits oben geschrieben gab es hier in Boulder für uns noch einiges zu erledigen: mehrere Exkursionen zu REI („Recreational Equipment Inc.“ oder auch „Return Everything Inc.“), den lokalen Baumärkten sowie mehreren Kaufhäusern. Sobald das erledigt war konnten wir uns auch bald von Colin’s Haus unabhängig erklären und uns auf den Weg zu unserem ersten großen Kletterziel in den USA, dem Rocky Mountain National Park, machen.

Rocky Mountain National Park

Neben vielen Wanderwegen, Tieren, hohen Bergen beherbergt dieser Nationalpark auch eine Vielzahl von erstklassigen Boulderproblemen, und leider anscheinend auch sehr viele Touristen. Vor allem in Bezug auf Letzteres scheint hier Piet’s Erinnerungsvermögen, der hier bereits vor 5 Jahren schonmal für mehrere Wochen war, entweder stark lückenhaft oder unzuverlässig zu sein.

Entgegen entsprechender Fehl- und Halberinnerungen müssen wir uns nun mit einer Unzahl First-World-Problems herumärgern: der Parkplatz für die Boulder (und Wanderwege) ist morgens spätestens ab viertel nach acht voll, d.h. wir müssen teilweise früher aufstehen als zu Arbeitszeiten. Außerdem ist der Campingplatz meist völlig ausgebucht, sodass wir stets auf stornierte Reservierungen hoffen müssen & entsprechend mit unseren Zelten umziehen müssen, sobald wir einen Platz ergattert haben. Und zu guter Letzt ist auch das Wetter nicht so zuverlässig gut wie es in der Piet’schen Erinnerung zu sein schien. Zudem hat der Wind hier es auch noch geschafft, Dan’s Zelt aus den mit Steinen beschwerten Verankerungen zu rütteln und im nächsten Baum aufzuhängen.

All das ist dann aber schnell vergessen, wenn man die Regulär-Touristen nach etwa halbstündiger Wanderung am Dream Lake hinter sich lässt, um sich entweder in Richtung Emerald Lake oder Chaos Canyon zu begeben. Bis dahin werden wir aber mit unzähligen Fragen zu unserer „Rückenbeladung“ konfrontiert: „I have to ask – what is it that you are carrying?“, „Are you going to camp? Is that your bed?“, „Is this a pack-raft?“, „You guys need a bigger backpack!“. Als zusätzlichen Lohn für den teilweise steilen Zustieg auf, je nach Bouldersektor, über 3200m erhält man dann neben einem Blockfeld, durch das man sich mühsam durchwurschteln muss (manch Einer liebt das besonders!), auch einen großartigen Ausblick auf die Rocky Mountains inkl. Bären, Hirschen, pfeifenden Murmeltieren und unendlich vielen Chipmunks (auch bekannt als Microbears).

Geklettert wird hier auf wunderbar texturiertem aber überraschend bissigem (Erinnerung?!) Granit. Etwas untypisch für Bouldergebiete mit vergleichbarem Bekanntheitsgrad ist hier die relativ geringe Anzahl von Bouldern – dafür sind jene die es gibt aber meist von sehr guter Qualität und werden auch entsprechend häufig geklettert.

Zwischen diesen Bouldern werden wir uns jetzt noch ein paar Tage rumtreiben und versuchen Nennenswertes zu leisten (außer Wandern). Bisher ist die Boulder-Ausbeute noch etwas mager aber dafür hatten wir hier auch unsere ersten richtigen „Ruhetage“, inklusive zweiter Runde Frühstückskaffee, lesen im Campingstuhl und ausreichend Zeit für Yoga/Dehnen (plus eines Microbearangriffs auf Franzi während sie im Yoga-Krokodil verweilte).

Jetzt sind wir über das Wochenende erneut kurz beim Colin eingezogen, da er gestern Geburtstag hatte, wir vorgestern gemeinsam mit ihm bei einem seiner speziellen Projekte im Dream Canyon waren und gestern Abend gefeiert wurde. Hier nutzen wir gerade auch die Zeit und Örtlichkeit, um die große Wäsche durchzuführen, ein neues Zelt für’n Dan zu besorgen, Ersatzteile und frisches Motoröl für Sir Henry zu laden und um Geld für diverse Kletterschuhe und –ausrüstung auszugeben. Heute abend kommt auch die Sanne (Freundin vom Dan und Frauenverstärkung für Franzi) in Denver an, die uns erstmal für einige Tage begleitet, bevor Dan und Sanne dann gemeinsam auf Erkundungstour durch verschiedene Nationalparks gehen.

Kommentare

Peter F. — 02.09.2018

GMC - Go More Climbing! Ich liebe Wortspiele, bitte mehr davon ;)

Bine — 02.09.2018

Wieder einmal ein mega toller Einblick in eure Klettertour. Da fängt der Tag doch gleich gut an. Toll geschrieben und mega schöne Bilder! DANKE DANKE DANKE! Grüße aus dem eher kalten, schon fast herbstlichen, tüben Deutschland.

Sebastian — 03.09.2018

Go More Climbing Safari, eine sehr gute Wahl. :-) Schöne Bilder und ihr scheint ja trotz des suboptimalen Wetter viel Spaß zu haben. Wünsche euch das Beste und noch viele tolle Erlebnisse! LG Seb

Flo — 03.09.2018

Sehr nice Leute, haut no ordentlich rein!!! Der Dan scheint sich wie immer gut zu amüsieren, die Franz hat endlich ihr neues Pad und der Peter weiß wieder ned wohin mit seiner Zunge beim Bouldern :)

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