Unser Roadtrip
27.08.2018
Nach unseren versuchten und ab und dann auch gelungen sportlichen Höchstleistungen in Rocklands haben wir uns in unser Mietauto gesetzt und uns auf den Weg durchs Land nach Johannesburg gemacht.
In Clanwilliam haben wir uns nochmal ordentlich mit Sprit und Lebensmitteln bevorratet und sind in Richtung Mossel Bay und damit zum Start der bekannten Garden Route gestartet. Dort haben wir eine Nacht am Campingplatz verbracht, der gut eingezäunt war und selbst die Duschräume von Wachen (+Wachhunde) regelmäßig gecheckt wurden – für uns eine neue Erfahrung im Vergleich zu der offenen Campingwiese in Rocklands. Vorteil dieses Campingplatzes für uns: Die Duschräume hatten auch ein Duschabteil mit Badewanne – dort konnte die Franzi ihr neu erworbenes Loch in ihrer Isomatte finden und erfolgreich bekämpfen.
Von Mossel Bay aus ging es weiter entlang der Garden Route mit immer wieder spektakulären Aussichten über Seen und Wälder im Norden und rollende Wellen im Süden bis zu unserem ersten richtigen Ziel, dem Addo Elephant National Park. Hier wurde es gleich etwas spannender, da wir bei Einfahrt in den Nationalpark mitgeteilt bekommen haben, dass wir ohne Stopps und Umwege auf direktem Weg ins Camp fahren müssen, da wir zeitlich knapp dran sind und das Tor am Camp um Punkt 18 Uhr schließt! Natürlich haben sich aber gleich auch ein paar Tiere präsentiert und wir konnten nicht ohne anzuhalten und Fotos zu machen einfach weiterfahren… um 17:57 Uhr sind wir durchs Camptor gerollt (was auch gut war, da wir auf Nachfrage erfahren haben, dass bei Ankunft nach 18 Uhr eine Strafe von 1.000 ZAR persönlich bei der Polizei vor Ort zu zahlen sei). Den nächsten Tag haben wir mit einer Safaritour noch vor Sonnenaufgang gestartet und sind dann auf eigene Faust losgefahren, um unser Tagesziel zu verwirklichen: Löwen sehen!
Und tatsächlich - wir haben ein Mini-Löwen-Rudel (eine Löwin und ein Löwe) gefunden! Sie hatte ihm wohl kürzlich etwas erlegt - er saß im Busch direkt neben der Straße und hat immer wieder gesnackt. Wir konnten leider nicht erkennen, was seine Jägerin ihm gebracht hatte.
Auch an diesem zweiten Tag im Addo konnten wir, nach Einführung der MINDESTgeschwindigkeit von 20km/h für die Fahrerin, eine erfolgreiche Camptordurchfahrt um 17:54 Uhr erreichen. Kurz davor konnten wir noch einen Einblick in das harte Leben von ganz normalen Bergzebras erlangen:
Nach unserer erfolgreichen Löwensuche sind wir am nächsten Tag mit neuen Erwartungen weitergefahren: Jetzt würden wir gerne noch mindestens einen Leoparden, ein Krokodil und ein Hippo sehen! Aber erstmal ging es eine längere Strecke bis in einen Nationalpark ohne wirkliche Wildtiere weiter: Den Ukhahlamba-Drakensberg Park. Schon die Fahrt dorthin war aufregend – traditionelle südafrikanische Überholpraktiken auf einer normal zweispurigen Straße mussten von unserer Fahrerin Franzi erst erkannt und erlernt werden, bevor auch unser Mietauto sich „normal“ verhalten konnte (in Südafrika haben auf einer 2-spurigen Straße nämlich bis zu 4 Autos nebeneinander Platz – dafür sind die jeweiligen Seitenstreifen schließlich da). Während wir uns von einer Straßenbaustelle mit fleißig winkenden Fahnenschwenkern zur nächsten vorgearbeitet haben, konnten wir einen guten Eindruck vom Land erhalten: Von Weinbaugegenden, Land- und Forstwirtschaft fokussierten Gebieten, über kleine Orte und größere Städte mit Namen wie Gouda, Atlantis, Alexandria, Underberg, Frankfort oder Hamburg, war alles dabei. Überall standen und warteten die Südafrikaner am Straßenrand (auch am Highway) und würden gerne mitgenommen werden (auch wenn das für uns neue Straßenschild „Anhalter verboten“ direkt hinter ihnen aufragte). Nach so mancher erfolgreichen Ortsdurchquerung unseres hauptsächlich genutzten Highways, dem „N2“, entlang, haben wir aufgeatmet – die innerörtlichen Straßensituationen haben sehr an vietnamesische oder thailändische Straßen in Großstädten erinnert. Auch an brennenden Feldern sind wir vorbeigefahren – dies ist scheinbar in bestimmten Gegenden Südafrikas üblich, um der Erde neue Nährstoffe zuzuführen (wird auch in bestimmten Nationalparks praktiziert).
Als wir in den Drakensbergen angekommen sind, hat es erstmal geregnet. Unser Abendessen haben wir auf dem Boden des kleinen Küchenunterstandes gekocht, da es sonst zu windig, zu nass und zu kalt gewesen wäre – aber mit Crashpads als Couch war auch das ganz gut zu erdulden. Nachts konnten wir intensiv die Kraft des Winds bewundern: Unsere Zelte standen direkt vorm Wald – und die Windböen konnten wir bereits hören, wenn die ersten Bäume weiter weg erfasst wurden, bis das Rauschen immer gewaltiger und lauter wurde und die Böen, wie bei einer Laola-Welle, bei uns ankamen und wir von innen die Zeltstangen gehalten haben oder die Zeltplane ins Gesicht gedrückt bekommen haben. Nach dieser extremst erholsamen Nacht haben wir dann am nächsten Tag auch noch das bekommen, was wir im Tourist Info Office der Drakensberge angefragt hatten, eine „severe to extreme“, also sehr anstrengende, Wanderung hoch zum Rhino Peak (18 Kilometer lange Wanderung auf bis zu 3.051m). Die ersten Kilometer gingen gut, dann wurde es immer steiler und der Sattel wollte einfach nicht näher kommen. Auch der Wind lies einfach nicht nach. Hoch bis auf den Sattel haben wir es geschafft, dort haben wir die Aussicht und den noch stärkeren Wind genossen, kurz zu Mittag unser Milchbrötchen mit Ei gesnackt und dann wieder den Rückweg eingeschlagen. Bei Dämmerung kamen wir dann wieder bei unseren Zelten an, um festzustellen, dass unser Kocher nicht mehr richtig funktioniert und unser Nudelwasser nicht heiß wird. Den drohenden Stimmungssturz aufgrund hungriger Mägen konnten wir dann aber glücklicherweise noch durch das Reinigen bzw. Zurechtschnitzen des Benzinfilters abwenden.
Am nächsten Tag forderte unser liebgewonnener N2 sogar Geld von uns, um uns weiter in den Südosten des Landes zu bringen. Dort haben wir uns in den folgenden Tagen im iSimangaliso Wetland Park und Hluhluwe iMfolozi Park auf die Suche nach Leopard, Krokodil, Giraffe und Hippo gemacht.
Hier die Ergebnisse der Tiere, die es tatsächlich geschafft haben, uns nicht einfach nur ihren Allerwertesten zu präsentieren:
Danach ging es mit einer Zwischenübernachtung in Piet Retief und einer ungewöhnlichen Fluggepäck-Packaktion auf einer Nebenstraße vom N2 im südafrikanischen Nirgendwo (in Piet Retief sind wir am Morgen gefühlt direkt in den Wolken aufgewacht und wir konnten dort nicht vernünftig Zelt und Co trocknen und packen) weiter nach Johannesburg, wo wir unseren Mietwagen nach knapp 4.300 km abgegeben haben und über London nach Las Vegas geflogen sind. Hoffentlich haben die 10 Tage im Auto sitzen, Wandern, Wildlifewatching mit mindestens 20km/h, mit Bier, Wein und Malva Pudding teuer erkauftes Wifi-Nutzen zum Routenplanen und Science Fiction Black Story raten gereicht, um unsere Haut, Finger, Sehnen und Muskeln wieder erholt in den USA einsetzen zu können!
Und für die ganz genauen Leser: Wer findet Nessie?





















Karin (Mum) — 27.08.2018
Ich kann nur sagen :"Atem beraubent ", Eure Afrika Tour. Daniel warst Du der Berichterstatter?
Daniel (Sohn) — 27.08.2018
Nein, den Bericht hat die Franzi geschrieben...schön das du es Atem beraubenD findest :)
Bine — 28.08.2018
Franzi, toll geschrieben! Immer wieder eine Freude euch zu lesen! Das lässt einen für einige Zeit alles vergessen und in eine andere Welt eintauchen. Die Bilder sind sooo toll! Und supi, dass ihr so viele tolle Tiere gefunden habt! Ich warte allerdings immer noch auf eine Geschichte mit dem Gegenstand! (du weißt schon welchen ich meine :-))
Christa — 28.08.2018
Sooo schöne Bilder und sooooo viele Erlebnisse. Nur gut Franziska, dass du dich mit Zeltstangen halten auskennst. Wer in Thailand Roller fahren kann, kann scheinbar auch in Südafrika Auto fahren. Und die Pumbas sind wirklich hässlich.
Franzi — 29.08.2018
Freut mich sehr, dass euch die Beiträge gefallen - dann macht es auch mega-Spaß am Nächsten zu arbeiten. @Bine: Der Gegenstand wird noch eine Rolle spielen, momentan befindet er sich noch in einer intensiven Testphase - GEDULD ;-)
ecki — 01.09.2018
nicht schlecht herr specht. fühle mich sehr an meine reise erinnert
Karin (Mum) — 01.09.2018
Sorry, wegen der Buchstaben Verwechslung. "Crashpad-Transport "im Rückspiegel , ist das "Nessie"? Mein großes Lob an Franzi , ist ein super Bericht!
Franzi — 01.09.2018
Danke, Karin :) Und leider nein, "Nessie" ist nicht im "Crashpad-Transport im Rückspiegel" zu finden. "Nessie" vergnügt sich lieber tiefer.
Sebastian — 03.09.2018
Wunderschöne Bilder, da bekommt man ja glatt Heimweh...
GiegerBorns(Klugscheißer) — 07.09.2018
Haha, Dan. Schön, dasS du deine Mum korrigierst und "dass" und "das" nicht auseinanderhalten kannst. Wir wünschen Euch noch viel Spaß und aktuell ne gute Zeit zu viert.
Franzi — 05.10.2018
Verspätete Auflösung des Nessie-Rätsels: Ihr findet Nessie auf dem Bild mit dem See vom Campingplatz auf dem Weg in die Drakensberge! Danke fürs Raten - auch via Whats App!